Das klassische Bildungssystem basiert oft auf einem einfachen Vertrag: Die Lehrkraft stellt eine Frage, auf die es exakt eine richtige Antwort gibt. Der Schüler lernt diese Antwort auswendig und wird dafür mit einer guten Note belohnt. Das Problem? Die reale Welt funktioniert so nicht.
In der Wissenschaft, der Informatik und der Gesellschaft stehen wir vor komplexen Herausforderungen, für die es keine vorgefertigten Musterlösungen im Anhang eines Lehrbuchs gibt. Um Kinder auf diese Zukunft vorzubereiten, müssen wir den Unterricht auf den Kopf stellen. Genau hier setzt das Problembasierte Lernen (PBL) an, das wir im Zukunftslabor MINT praktizieren.
"Innovation entsteht nicht durch das fehlerfreie Nachahmen bekannter Prozesse. Innovation entsteht an der Grenze des eigenen Wissens – dort, wo man ausprobiert, scheitert und es noch einmal versucht."
Prof. Dr. Nicole Marmé
Projektverantwortliche
Probleme als Motor der Kreativität
Beim PBL geben wir den Kindern keine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wir geben ihnen eine offene Problemstellung und die notwendigen Werkzeuge (wie Mikrocontroller oder Programmiersprachen). Der Weg zur Lösung muss in Teams selbst erarbeitet werden.
Das wichtigste Element in diesem Prozess ist das Scheitern. Ein Code, der nicht kompilieren will, oder ein 3D-Druck, der in sich zusammenfällt, ist kein Grund für eine schlechte Note. Es ist eine wertvolle Information, um den Ansatz zu verbessern. Indem wir Kindern erlauben, Fehler in einem sicheren Raum zu machen, fördern wir Resilienz, kritisches Denken und vor allem: echte, tiefe Kreativität.


