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Fallstudie · Smart City

HEAR: Heidelberg Acoustic Research

HEAR schafft eine objektive, datenbasierte Grundlage, um lebendige Nachtkultur, Tourismus und Wirtschaft mit dem Lärmschutz der Anwohnenden in Einklang zu bringen.

Keine Audioaufnahmen. Privacy by Design.
Projekt im Überblick

Ein verlässliches Lärmlagebild für die Heidelberger Altstadt

Im Spannungsfeld zwischen nächtlichem Publikumsverkehr und dem Ruhebedürfnis der Anwohnerschaft erfasst HEAR die Lärmbelastung objektiv. Smarte Lärmsensorik liefert die Datengrundlage, datenschutzkonform und ohne jede Audioaufnahme.

Lärmsensorik (Lärmampel) des Projekts HEAR in der Heidelberger Altstadt
Smarte Lärmsensorik im Pilotbetrieb in der Heidelberger Altstadt.

Quick Facts

Status Pilotphase seit Oktober 2025
Ort Heidelberger Altstadt
Forschungskooperation Stadt Heidelberg
Datenschutz 100% DSGVO-konform
Keine Gespräche, keine Audiospeicherung.
Die Herausforderung

Ein Zielkonflikt, der sich nicht wegmoderieren lässt

Lebendige Innenstädte leben von ihrer Nachtkultur: von Gastronomie, Tourismus und einer Wirtschaft, die abends und nachts trägt. Genau diese Lebendigkeit erzeugt jedoch Lärm, der das Ruhebedürfnis der Anwohnenden berührt. Zwischen Nachtökonomie und Lärmschutz entsteht ein realer Zielkonflikt.

Bislang wird dieser Konflikt überwiegend subjektiv ausgetragen. Beschwerden, Eindrücke und Interessen stehen einander gegenüber, ohne dass eine gemeinsame, belastbare Faktenbasis vorliegt. Entscheidungen drohen so von Lautstärke der Debatte statt von Evidenz abzuhängen.

  • Subjektive Debatten

    Konflikte beruhen auf Eindrücken, nicht auf vergleichbaren Messwerten.

  • Fehlende Datengrundlage

    Ohne objektive Daten lassen sich Maßnahmen weder begründen noch überprüfen.

  • Reaktive Regulierung

    Regeln greifen oft spät und pauschal, statt gezielt und faktenbasiert zu wirken.

Der Ansatz

Objektivieren statt polarisieren

Objektive Datenbasis

HEAR ersetzt subjektive Eindrücke durch eine objektive, datenbasierte Entscheidungsgrundlage.

Smarte Sensorik

Smarte Lärmsensorik misst kontinuierlich vor Ort und macht das Lärmgeschehen zeitlich und räumlich differenziert sichtbar.

Privacy by Design

Datenschutz ist Voraussetzung, nicht Zusatz: Es werden keine Gespräche übertragen und keine Audioaufnahmen gespeichert.

Daten machen Städte steuerbar, ohne Menschen zu überwachen. Sensorik schafft eine objektive Entscheidungsgrundlage für lebenswerte Innenstädte.

Funktionsweise

Vom Messpunkt zum Lärmlagebild

Die Sensorik misst kontinuierlich den Personen- und Umgebungslärm an strategischen Standorten in der Altstadt. Die Datenerhebung erfolgt vollständig datenschutzkonform: keine Gespräche, keine Audioaufnahmen, keine Audiospeicherung. Erfasst werden ausschließlich Pegelwerte, nicht der Inhalt von Geräuschen.

Auf dieser Grundlage sind zwei automatisierte Alarmierungssysteme umgesetzt, die unterschiedliche Akteure gezielt einbinden. Aus den fortlaufenden Messungen entsteht ein verlässliches Lärmlagebild, das Belastungen über den Tagesverlauf nachvollziehbar macht.

Zwei automatisierte Alarmierungssysteme

  • System 1: Selbstregulation der Gastronomie

    Eine direkte Benachrichtigung ermöglicht den Betrieben eine frühzeitige, eigenständige Reaktion, bevor Belastungen kritisch werden.

  • System 2: Dashboard für den KOD

    Ein digitales Dashboard informiert den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) gezielt und ermöglicht ein bedarfsgerechtes, datengestütztes Vorgehen.

Das Messprinzip

Pilotbetrieb
  • Misst nur Schallpegel, keine Sprachaufzeichnung oder Audiodaten.
  • Privacy by Design, 100 % DSGVO-konform.

Ergebnis: das Lärmlagebild

Ein verlässliches, kontinuierlich aktualisiertes Bild der Lärmsituation als evidenzbasierte Grundlage für städtische Entscheidungen.

Wirkung

Was sich durch eine gemeinsame Faktenbasis verändert

  • Versachlichung des Konflikts

    Objektive Pegelwerte ersetzen subjektive Zuschreibungen und schaffen eine gemeinsame Gesprächsbasis.

  • Frühzeitige Selbstregulation

    Die Gastronomie kann eigenständig reagieren, bevor Belastungen eskalieren.

  • Gezielte Information des KOD

    So kann der KOD effektiver eingesetzt werden und proaktiv handeln.

  • Evidenzbasierte Entscheidungen

    Maßnahmen lassen sich begründen, dosieren und im Verlauf überprüfen.

Methodik & Datenschutz

Was gemessen wird, und was bewusst nicht

Erfasst werden

  • Schallpegel

    Kontinuierliche Messung von Personen- und Umgebungslärm als Pegelwerte.

  • Zeitlicher Verlauf

    Differenzierung der Belastung über den Tages- und Nachtverlauf.

Bewusst nicht erfasst

  • Keine Gespräche

    Inhalte von Geräuschen oder Gesprächen werden nicht übertragen.

  • Keine Audioaufnahmen

    Es werden keine Audio-Streams aufgezeichnet oder gespeichert.

Wissenschaftliche Begleitung

HEAR wird wissenschaftlich begleitet; Methodik und Auswertung folgen wissenschaftlichen Standards.

Ausblick

Vom Pilot zur übertragbaren Lösung

Das Messprinzip von HEAR ist nicht auf einen einzelnen Standort beschränkt. Eine objektive Lärmsensorik, die Privacy by Design erfüllt, lässt sich grundsätzlich auf weitere Bereiche der Altstadt und auf andere Kommunen mit vergleichbaren Zielkonflikten übertragen.

Lebendige Innenstädte brauchen Ausgleich. Datenbasierte Lösungen bringen Nachtkultur, Wirtschaft und Anwohnerschaft in Balance: leise genug für die Bewohner:innen, lebendig genug für alle.

Lärmmanagement, das auf Fakten beruht

Innovation Tank entwickelt smartes Lärmmonitoring für Kommunen: objektive Echtzeitdaten, Privacy by Design und wissenschaftlich begleitet. Ein Gespräch zeigt, wie sich der Ansatz auf andere Städte übertragen lässt.